Im Zuge des Wissenschafts-Sponsorings hat Psyma eine Untersuchung der Universitäten Maastricht und Würzburg unterstützt, die in drei Studien der Frage nachgingen, inwieweit bei einer Online-Befragung „Soziale Erwünschtheit“ Einfluss auf das Antwortverhalten beim Thema „gesundheitsgefährdendes Verhalten“ hat.
Hierbei unterstütze Psyma die Studien durch Rekrutierung der Online-Probanden und Sponsoring der Stichprobe.
Hintergrund:
Diese Studien sollen den Zusammenhang zwischen „Sozialer Erwünschtheit“ und „selbst berichtetem, gesundheitsgefährdendem Verhalten“ (z.B. Nikotin,- Alkohol- & Drogengebrauch) in online-basierter Forschung beschreiben.
Methoden:
Drei Längsschnittstudien (Studie 1: N = 5.612, 51% weiblich; Studie 2: N = 619, 60% weiblich; Studie 3: N = 846, 59% weiblich) unter zufällig ausgewählten Online-Panel-Mitgliedern (Niederländisch, Deutsch) wurden unter Verwendung mehrerer sozial erwünschter Maßnahmen (Marlowe-Crowne Skala; BIDR; Soziale Erwünschtheits-Skala-17) durchgeführt.
Ergebnisse:
„Soziale Erwünschtheit“ stand nicht in Zusammenhang mit selbst berichtetem, aktuellem Verhalten oder Verhaltenshäufigkeit. Soziodemographische Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und Bildung milderten den Effekt der sozialen Erwünschtheit bei selbst berichteten Maßnahmen in Bezug auf gesundheitsgefährdendes Verhalten nicht ab.
Schlussfolgerung
Die vorliegenden Studien liefern keinen überzeugenden Beweis, um die Eignung des Internets als Medium für das Einsammeln selbst ausgefüllter Berichte über gesundheitsgefährdendes Verhalten zu bezweifeln.
Was bedeutet dies für künftige Studien?
Die soziale Distanz und unpersönliche Natur des Internets ist hinreichend, um sensible, für den Befragten unter Umständen sogar peinliche Studien durchzuführen und wahrheitsgemäße Antworten zu erhalten. Die Vorteile, die bei dieser Studie zu gesundheitsgefährdendem Verhalten zum Tragen kamen, waren geringerer Ressourcenaufwand (z.B. finanziell, logistisch) und eine höhere Spezifizierung (z.B. zu Mengen und Häufigkeiten), als dies durch bio-medizinische Maßnahmen wie Haar- & Urinuntersuchungen für Drogengebrauch bzw. Kohlenstoffmonoxid-Untersuchungen für Nikotinkonsum hätte erreicht werden können. Hinzu kommen die generellen Vorteile von Online-Befragungen wie weltweite, zeitunabhängige Zugänglichkeit, räumliche Unabhängigkeit und Anonymität.
Quelle:
BMC Public Health 2010, 10:720
Autoren: Rik Crutzen / Anja S. Göritz
Die vollständige Veröffentlichung finden Sie unter: http://www.biomedcentral.com/1471-2458/10/720