Online Benchmarking von Job & Karriere-Webseiten
Nur einen einzigen Klick vom Traumjob entfernt?
Bei der Jobsuche führt der erste Weg eines Bewerbers meist auf die
Website des umworbenen Unternehmens. Dort kann sich das Unternehmen als
attraktiver Arbeitgeber präsentieren, rund um das Thema Job &
Karriere informieren und gleichzeitig die eigene Kultur, Denk- und
Arbeitsweise vermitteln. Um die Qualität ihres Angebots zu messen,
haben 10 deutsche Großunternehmen Psyma Online beauftragt, ihre Job
& Karriere-Sites durch deren Besucher auf Herz und Nieren prüfen zu
lassen. Die Ergebnisse wurden in Form eines Benchmarking miteinander
verglichen.
Sind 70 Prozent Zufriedenheit gut oder
schlecht?
„Was wir jetzt noch bräuchten, sind Vergleichswerte zu
anderen Unternehmen, mit denen wir im Wettbewerb um die besten
Mitarbeiter stehen“, stellte Helmut Lehner, Internet Koordinator bei
der Siemens AG, fest, als er die Ergebnisse einer Online-Befragung sah,
die Psyma Online Ende 2002 auf den Job & Karriere-Seiten von
Siemens durchgeführt hatte. Die Online-Befragung sollte die Ergebnisse
etablierter Marktforschungs-Untersuchungen und eigener Usability Tests
sinnvoll ergänzen, um das Angebot auf den Job & Karriere-Seiten
noch besser auf die Bedürfnisse der Besucher abzustimmen. „Wir wollten
die konkrete Meinung unserer eigenen Internet-Besucher einholen“, so
Herr Lehner. Allerdings war es nicht einfach, die Ergebnisse zu
bewerten, da der Vergleichsmaßstab fehlte: Ist eine Zufriedenheitsquote
von 70 Prozent gut oder schlecht?
Eine Gemeinschaftsstudie
Aus
dieser Situation heraus entstand die Idee eines Benchmarking: Wenn man
in der Lage wäre, eine Gruppe von Unternehmen an einem Tisch zu
versammeln, gemeinsam einen einheitlichen Fragebogen zu entwickeln, der
dann gleichzeitig auf alle Job & Karriere-Sites geschaltet würde,
dann hätte man die Basis für einen noch valideren Vergleich. Psyma
Online erhielt den Auftrag, das Interesse an einem gemeinsamen
Benchmarking unter deutschen Großunternehmen auszuloten. Man wurde
schnell fündig und nach einem Arbeitstreffen im Sommer 2003 fand im
Frühjahr 2004 die erste Welle des Online Job &
Karriere-Benchmarking statt. Beteiligt waren zehn deutsche Konzerne:
Adidas-Salomon, Allianz, Audi, BMW, Commerzbank, Deutsche Telekom,
DaimlerChrysler, Infineon, Merck und Siemens. Je Unternehmen wurden 400
Personen befragt, insgesamt also 4.000 Meinungen eingeholt.
Direktes
und konkretes Feedback
Ausgefüllt wurde der Fragebogen von den
Besuchern beim Verlassen der jeweiligen Site, wenn sie konkretes
Feedback über ihr Erlebtes geben konnten. Gefragt wurden sie zum
Beispiel, was der Grund ihres Besuchs war, welche Aspekte für sie auf
einer Job & Karriere-Site wichtig sind und natürlich, als Kern der
Untersuchung, wie sie die Webseite bewerten. Die Studie ist als offener
Benchmark konzipiert, d.h. sämtliche Ergebnisse werden unter den
teilnehmenden Unternehmen ausgetauscht. Erst diese Transparenz
ermöglicht das gegenseitige Lernen! Andererseits darf die Studie
aufgrund einer gegenseitigen Geheimhaltungsvereinbarung nicht extern
veröffentlicht werden. Sie soll dem Internet-Verantwortlichen
ausschließlich als Instrument zur Optimierung des Internet-Auftritts
dienen.
Was muss eine Job & Karriere-Website also leisten?
Was ist für den Besucher der Site wichtig und was nicht? Wie werden die
unterschiedlichen Sites bewertet?
- Erste Voraussetzung für den Erfolg im Internet ist eine Ansprache, die auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Zielgruppen - Schüler, Studenten, Absolventen und Berufserfahrene - eingeht.
- Am meisten nachgefragt werden
Informationen über freie Stellen und über Ausbildungs- und
Einstiegsmöglichkeiten.
- Dementsprechend wichtig sind für die
Besucher gut funktionierende Stellenbörsen, eine Suche nach Standorten
für die angebotenen Stellen und die Möglichkeit zur Online-Bewerbung.
- Punkten können auch diejenigen Sites, die eine persönliche Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen anbieten.
- In der
Gesamtbewertung zeigt sich, dass die Besucher der Job &
Karriere-Sites in puncto Informationsgehalt, Verständlichkeit der Texte
und Usability mit 70% bis zu 80% zufrieden sind.
- Interaktivität und Unterhaltungswert werden insgesamt schlecht bewertet, stellen andererseits für die meisten Nutzer keine zentrale Anforderungen dar. In Teilbereichen, vor allem bei der technischen Stabilität der Online-Tools, bestehen jedoch große Defizite.
- Von besonderem Interesse ist auch das Thema Online-Bewerbung. Diese Möglichkeit wird in zunehmenden Maße wahrgenommen, doch die Usability und technische Verfügbarkeit werden bemängelt.
Voneinander lernen
Werden in
Zukunft als Folge des Benchmarking alle Websites gleich aussehen? Sehr
wahrscheinlich nicht. Letztlich agiert jedes Unternehmen am Markt im
Rahmen seiner eigenen Historie und Werte, seiner Prozesse, Strukturen
und Kommunikationsstrategie. Ziel sollte es sein, in diesem Kontext die
bestmögliche Lösung anzubieten. Wenn man dabei gegenseitig voneinander
lernen kann, umso besser. Das Internet birgt keine Geheimnisse. Diese
Offenheit haben auch die Jobsuchenden in ihren Bewertungen unter Beweis
gestellt. Herr Lehner freut sich auf die weitere Entwicklung: „Wir sind
gespannt, wie wir bei der zweiten Welle im Februar 2005 abschneiden“.
Über Psyma Online Website-Benchmarking
Seit
drei Jahren führt Psyma Online in verschiedenen Branchen Online Website
Benchmarking-Studien durch. Hier können Nutzerstruktur, Anforderungen
und die Akzeptanz der Sites verglichen, Best Practices ermittelt und
unmittelbare Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Dies erlaubt eine
inhaltliche Positionierung im Wettbewerb, aber auch die Möglichkeit,
von einzelnen guten Lösungen anderer Anbieter zu profitieren.

