Globalisierung in der deutschen Marktforschungslandschaft
"Globalisierung wird eines der dominierenden Themen für die deutsche Marktforschungslandschaft", so Matthias Fargel, Vorstandsvorsitzender der PSYMA GROUP AG, im Interview auf marktforschung.de
"Unsere Kunden sind zunehmend international ausgerichtet: deutsche mittelständische Kunden, die ins Ausland hinaus forschen, multinationale – darunter natürlich auch deutsche – Konzerne, die nationale wie internationale Marktforschungsstudien in deren globale Strategien zu Produktentwicklung, Marketing und Kommunikation in „Business Case –Models“ einbauen. Neben Sprachfertigkeiten erfordert dies einen geschulten Umgang mit ambitionierten Kundenwünschen auf der einen und mit den realistischen Möglichkeiten vor Ort auf der anderen Seite, hinsichtlich Erhebungstechniken, Zielgruppenzugang, Jahreszeiten, Interpretation und Terminvorstellungen.
Das heißt aber auch, dass es noch mehr und spannendere Marktforschungsprojekte geben kann: Neben dem Wandel der Bedürfnisse bei uns – siehe z.B. Umweltverträglichkeit - geht es auch um Verständnis jener Marktchancen und Barrieren des wirtschaftlichen Aufschlusses in Osteuropa, im Balkan und im Mittleren Osten, in Lateinamerika und im pazifischen Raum. Globalisierung heißt auch harte Konkurrenz seitens neuer Institute aus Weltregionen, die mit erheblich günstigeren Kosten und englischsprachigen Mitarbeitern als Anbieter nun in unseren Stammmärkten auftreten, vor allem bei quantitativen, multinationalen Online- und Telefoninterviews. Dabei sind jene Anbieter oft unbedarft – oder ungerührt - von für uns essentiell gehaltenen "best practices"-Richtlinien der Marktforschung (z.B. ESOMAR-Richtlinien). Es schieben sich bei zahlreichen multinationalen Kunden die Einkaufsabteilungen zwischen die Marktforscher auf Aufraggeberseite und Institute: Das bringt Bürokratie- und Rabattdruck mit sich und gefährdet die Qualitätsstandards, denn es entscheiden Marktforschungsunerfahrene bei wichtigen Entscheidungen über Ressourcen mit."
